Praying Mantis Kung Fu
  Ebenso wie bei den unzähligen anderen Kung Fu Stilrichtungen, so ranken sich auch um die Entstehung des Praying Mantis viele Legenden. Die am weitesten verbreitete unter ihnen berichtet, dass vor etwa 600 Jahren der Kung Fu Meister Wang Lang, der seine Kampfkunst in einem Shaolin-Tempel erlernt hatte, einem Fremden begegnete. Dieser, Shan Tong, hatte die Fähigkeit, seine beiden Arme gleichzeitig auf einer Seite auszustrecken, so dass sich ein Arm auf das Doppelte verlängerte. Die beiden richteten einen Kampf aus, der drei Tage und Nächte gedauert haben soll. Wang Lang jedoch konnte Shan Tong wegen seiner Armlänge nicht mal erreichen.

Während einer Kampfpause, an einen Baum gelehnt, dachte Wang Lang darüber nach, wie er dennoch zum Sieg gelangen konnte. Dabei bemerkte er eine Gottesanbeterin, die auf diesem Baum auf ihre Opfer wartete. Wang Lang wollte sie mit einem Ast berühren, doch immer, wenn der Ast in ihre Nähe kam, wandte sie zuerst ihren Kopf und dann ihren Körper gewandt ab. Meister Wang Lang studierte ihre schnellen flinken Bewegungen genau und fand heraus, dass das Insekt außerordentlich beweglich war. Sie streckte ihre Vorderbeine abwechselnd mal nach vorne links, mal nach hinten rechts. Sie klemmte sich mit einem Bein fest und griff mit dem anderen an und wechselte dann ihre Position. Wang Lang machte sich ihre leichte bewegliche Technik zueigen und stellte sich noch einmal dem Kampf mit Shan Tong, den er schließlich bezwang.

Der Shaolin-Meister nahm schließlich die Gottesanbeterin in seinen Tempel mit, um ihre Bewegungen genauer studieren zu können. Schließlich gelang es ihm, ihr reichhaltiges Repertoire an Techniken nachzuahmen. Hierzu gehörten z.B. springen, schieben, heben, drücken, pflücken, kleben oder auch abbrechen.

Die Gottesanbeterin, die einen Ruf als sehr grausames Insekt hat, ernährt sich u.a. von Zikaden bzw. Grillen. Sie werden wegen ihrer Fangfähigkeit auch als Fangschrecken bezeichnet. Geläufiger jedoch ist der Name Gottesanbeterin (engl. praying mantis). Dieser Name beruht auf ihrer Fähigkeit, ruhig wartend mit den Vorderbeinen an der Brust, einem Betenden gleich, auf ihre Opfer zu warten, die sie blitzschnell angreift. Ein altes chinesisches Sprichwort lautet jedoch: "Während die Gottesanbieterin die Zikade fängt, greift sie der Spatz von hinten an.". Dieses Sprichwort will ausdrücken, dass ein vordergründiger Sieg nicht unbedingt tatsächlich ein Sieg sein muss, wenn man sich nicht zugleich der Gefahren bewusst ist, die aus anderen Richtungen kommend auf einen selbst lauern.

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